Wie lernt man positiv(er) zu denken?

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Ist bei Dir das Glas halb leer? Fällst Du gern mal in ein schwarzes Loch und es ist einfach mal alles scheiße? Nörgelst Du tagein, tagaus? Willst Du Etwas ändern, weißt aber nicht wo Du anfangen sollst (weil es ist ja alles doof)? Oder bist Du im Alltagstrott gefangen? Und und und... Heute teile ich mit Dir wie ich meine Veränderung angeschoben habe und wie sich das auf meine Einstellung ausgewirkt hat.

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A negative mind will never give give you a positive life.

Vor einigen Jahren war ich überglücklich einen Job angenommen zu haben, der mich aus der Arbeitslosigkeit geholt hat. In dieser bin ich gelandet, weil ich einen befristeten Arbeitsvertrag hatte und mir einfach nicht mehr vorstellen konnten meinen damaligen Job weiter auszuüben, weil mein ganzes Leben extrem darunter gelitten hatte. Nun denn, jegliche Bewerbungen haben keine Früchte getragen und so konnte ich bei der Agentur für Arbeit eine vielverpsrechende Weiterbildung aushandeln. Diese hat mir sehr viel Spass gemacht und ich began zu hoffen, dass ich eine Karriere vor mir hatte, die meinen Ansprüchen gerecht wird und ich ein Wachstum generieren kann. Es kam leider anders, denn auch da bekam ich nur Absagen.

Eines Tages rief mich mein derzeitiger Vorgesetzter an, wir verabredeten ein persönliches Vorstellungsgespräch. Nach einem kleinen Umweg war ich dann überglücklich, dass sich die Wolken endlich gelichtet hatten und ich wieder arbeiten gehen durfte. Ich bin mega dankbar für den Weg, den ich bisher gegangen bin. Denn mein Job macht mir super viel Spass und ich habe bislang sehr viel dazugelernt. Irgendwann merkte ich jedoch, dass es keine Entwicklungsmöglichkeit mehr gibt bzw. geben wird. Schulungen hatte ich ein paar absolviert – um einerseits auf dem Arbeitsmarkt Wettbewerbsfähig zu bleiben, und andererseits für das Unternehmen das bestmögliche herausholen zu können. Hinzu kommt, dass mein Berufsfeld sehr dynamisch ist und es beinahe täglich Neuerungen gibt.

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Jedes Mal, wenn ich darüber gesprochen hatte weitere Aufgaben übernehmen zu können um a) Kosten zu sparen, b) mehr Kontrolle in bestimmten Bereichen zu haben und natürlich c) dann auch irgendwann nach einer Gehaltserhöhung zu fragen, stieße ich auf eine Mauer. Ich hatte immer mehr das Gefühl, dass mir die Luft aus den Segeln genommen wurde und ich fiel in eine Frustration.

Ich fing irgendwann an mir auszumalen wie ich kündigen würde. Um alle Ereignisse nicht zuvergessen, führte ich eine Liste darüber wann und in welchem Bereich ich gegen eine Wand lief. Dies waren alles Gründe, die ich vorlegen konnte um meine Kündigung zu rechtfertigen bzw. nicht einfachnur zu behaupten, dass ich unglücklich sei. Mein Verhalten führte mich in eine krasses unmotiviert Sein. Wenn ich die Wahl gehabt hätte – oder eher den Mut – absichtlich zu stolpern und die Treppe runterzufallen, hätte ich es getan. Und das nur um nicht zur Arbeit gehen zu müssen.

„When you want something, all the universe conspires in helping you to achieve it.“

Die Angst mich wirklich irgendwann die Treppe runterzustürzen ließ mich aktiv werden. Meinen Chef fragte ich welche Entwicklungs- und Fortbildungsmöglichkeiten es für mich denn tatsächlich gab und erklärte ihm letztendlich, dass ich mittelfristig aus den und den Gründen keine Zukunft für mich im Unternehmen sähe. Ich schrieb wie verrückt Bewerbungen. Entweder stimmte mit dem potenziellen zukünftigen Arbeitnehmer etwas nicht oder ich bekam eine Absage.

Wieder breitete sich in mir Frustration aus, dieses Mal jedoch gemischt mit einer unermesslichen Wut. ‚Das konnte es doch nicht gewesen sein. Hatte ich als Frau wirklich keine Chancen mehr?‘ dachte ich immer wieder. Meine Gedanken kreisten nur noch darum wie ich mich verbessern kann, wie ich meine Bewerbungsunterlagen optimieren kann und letztendlich feilte ich an meinem noch besseren Auftreten, der Wortwahl und versuchte perfekte Antworten auf die Standardfragen in einem Vorstellungsgespräch zu entwickeln.

The best way to predict the future is to create it.

Es musste also ein Umdenken her. Schritt für Schritt arangierte ich mich mit meiner Ausweglosigkeit. Es war ein stürmischen Auf und Ab – besonders im Jahr 2018. Dann kam mir die Idee, dass ich doch mit meinem Wissen und dem, was ich mir privat immerzu aneignete, als Freelancer arbeiten könnte. So hätte ich die Chance mich weiterzuentwickeln und dazuzulernen.

Durch eine Schulung lernte ich eine Hand voll Menschen kennen, durch die ich an Möglichkeiten kam ein paar Jobs zu übernehmen. Der Austauch und das Netzwerken gefiel mir – bis zu dem Punkt, an dem ich merkte, dass mich einige Dinge grundlegend störten. So schnell wie alles begonnen hatte, so schnell hörte es auch auf.

Mein Hobby, in erster Linie Instagram, fing an mich extrem zu nerven, weil ich wenigstens in diesem Bereich Erfolge verzeichnen wollte. Mein Blog lag seit November auf dem Trockenen, weil ich einfach keinen Elan gefunden hatte um bereits geschriebene Artikel mit Bilder zu füllen oder gar neue Beiträge zu schreiben. Die Luft war einfach raus. Der berühmte letzte Tropfen auf dem heißen Stein.


Start where you are. Use what you have. Do what you can.


Wenn man ganz unten angekommen ist, dann kann es nur noch bergauf gehen. Positiv Denken. Positiv Sein und so weiter. Mir stellen sich immer noch die Nackenhaare auf, wenn ich das höre! Meine Überzeugung ist, dass wenn man erstmal in Etwas feststeckt, kann das reine positiv Denken einen nicht dort wieder raus holen. Logisch, oder? Man kann sich so krass darauf trimmen, dass man doch überall nur Positives sehen muss, das man in eine Depression verfällt. Kein Scherz. Dazu gibt es viele Artikel und Bücher, wie z.B. das von Barbara Ehrenreich: Smile or Die.

Und doch… irgrndein ein Umdenken muss stattfinden, bevor es wirklich besser wird. Mit Silvester 2019 habe ich beschlossen, dass eine Veränderung her muss. Und bevor sich etwas ändert, muss ich mich ändern. Natürlich ist das ein lapidar dahergesagter Spruch, aber da ist etwas Wahres dran. Aufeinmal habe ich gesehen, dass ich die eine Fliege bin, die ständig gegen das Fenster klatscht und nicht rauskommt. Betrachte ich das Fenster jedoch aus einer größeren Entfernung, stelle ich fest wo sich die Öffnung befindet und kann „entkommen“.

Was habe ich also gemacht. Als allererstes habe ich verinnerlicht, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert und dass der bisherige Zustand einem anderen Zweck gilt. Dann habe ich angefangen Podcasts zu hören. Nicht unbedingt die zum Thema positiv Denken, sondern zu Motivation, Marketing und Selbstverwirklichung. Ich bin daduruch an neue Kraft und Ideen gekommen. Besonders die Podcasts von Danny O’Braxton, Lifebuilding (Werbung), haben mich sehr inspiriert.

The past can not be changed. The future is yet in your power.

Wie lernt man nun also das positiv(ere) Denken? Zuerst muss man im oberen Stübchen begreifen und verinnerlichen, dass es so wie es ist, absolut nicht weitergeht. Ich habe mich intensiv damit auseinander gesetzt was mich stört und warum. Dann habe ich in zwei Kategorien selektiert. Das, was ich selbst verändern kann und das, worüber ich absolut keine Kontrolle habe.

Bei Bewerbungen kann ich meine Unterlagen verbessern und ich kann mein Auftreten ändern. Recht machen kann man es eh niemandem. Aber ich kann mich so gut es  geht vorbereiten, sodass ich mit den Unterlagen und mir selbst zufrieden bin – ohne 1000 Mal einen Satz oder eine Darstellung zu hinterfragen. Habe ich aus meiner Sicht alles dafür getan um gut anzukommen, liegt der Rest nicht mehr in meiner Hand und ich muss loslassen. Ich muss dann einfach den Dingen seinen Lauf lassen. Das muss man wirklich erstmal begreifen!

Whether you think you can, or you think you can’t. You’re right.

Als nächstes habe ich detailliert aufgeschrieben und visualisiert was das Jahr 2019 bringen und welche gewünschten Veränderungen eintreten sollen. Ich habe mir – inspiriert durch die vielen Podcasts – Stichpunkte aufgeschrieben, über die ich nachgedachte. Dann habe ich die bullet points ausgeschmückt. Auch wenn einiges utopisch, lustig oder banal klingt, ich habe meinem Herzen einfach freien Lauf gelassen und alles aufgeschrieben, was mir in den Kopf schoss. Da habe ich auch verstanden, dass ich eine andere Routine entwickeln sollte um Dinge dementsprechend auch anders zu betrachten.

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The secret of your fute is hidden in your daily routtine.

Eine weitere Erkenntnis aus den vielen Podcasts war, dass ich mir möglichst täglich Gedanken dazu machen sollte meinen Tag bewusst zu reflektieren. Zuerst dachte ich, dass doch nichts wirklich Gutes passiert und dass das Humbug sei. Ich habe mich jedoch durchgerungen mich auf folgende zwei Punkte nach dem Aufstehen und zwei Punkte vor dem ins Bett gehen festzulegen.

1) Wofür bin ich dankbar -> z.B. für den leckeren Tee, den ich  mir leisten kann oder einfach nur dafür, dass ich Arbeit habe. Kleinigkeiten. Sind sie aber selbstverständlich? Nein. Geh‘ von der schlimmsten Situation aus. Hätten wir Krieg oder wären Arbeitslos und würden Harz IV beziehen, würden wir alle nicht so gut leben wie wir es tun. Dann haben Kleinigkeiten ein enormes Gewicht.

2) Um mein Selbstwertgefühl zu stärken, habe ich mir überlegt was ich alles gut an mir finde oder was ich an Eigenschaften aufweise. Besonders in Zeiten von Social Media und der Vergleichbarkeit, neigt man dazu sich unterzubuttern. Man kann sich keine Designertasche leisten, man hat nicht so lange Beine, nicht so schöne Lippen oder oder oder. Sich bewusst werden, was man kann und was man hat ohne in einen Höhenflug zu kommen, finde ich wichtig.

3) Abends habe ich mir dann die Frage gestellt, was an dem heutigen Tag gut war oder was ich geschaft und dazugelernt habe. Hat mich heute jemand auf der Arbeit extrem genervt und aufgehalten, dann habe ich mich daran erinnert, dass ich in der Früh meinen Tee in Ruhe trinken konnte und mich keiner vollgelabert hat. Oder dass ich es heute Morgen geschafft hatte nicht die ganze Zeit mit dem Handy in der Hand am Frühstückstisch zu sitzen. Oder dass ich es geschafft hatte mehr als sonst zu trinken.

4) Dann versuche ich herauszufinden was ich hätte anders machen können oder mit welcher Situation ich zukünftig anders umgehen müsste -> z.B. morgens früher aus dem Bett zu fallen um alles zeitiger zu schaffen und nicht zu spät zu sein.

„If you always do what you always did, you will always get what you always got.“

Mit Etwas anzufangen ist eigentlich nicht schwer. Man muss es einfach machen ohne viel darüber nachzudenken. Gedanken können nämlich Vieles kaputt machen. Routiniert dabei bleiben, finde ich persönlich viel schwieriger!

Um dies zu gewährleisten kann man sich beispielsweise Erinnerungen im Handy setzen – und zwar nervig viele. Manchmal hat man einfach keine Lust irgendwas zu machen, aber wenn man 1 Million mal an etwas erinnert wird, dann macht man es, weil man einfach davon genervt ist und es weg haben möchte. Finde ich zumindest.

Ich bin bei diesem Thema so angefixt, dass dieser Artikel endlos lang werden könnte. Im nächsten Beitrag erfahrst Du dann warum ich es für sinnvoll halte ein tägliches Journal zu führen.

XOXO
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