Es gibt einen Witz und der geht so: Eine Wurst ging baden und ein Waschmittel fuhr Fahrrad. Kennst Du nicht? Dann google doch mal Bifi-/ oder Coral-Kampagne. An dieser Stelle müsste ich wohl fälschlicherweise WERBUNG schreiben. Ich wage es schließlich die beiden Markennamen hier schriftlich aufzuführen. Dazu müssten noch unzählige Adons wie: unbeauftragt, unbezahlt etc. kommen. Weil bestimmt irgendein Anwalt vor dem Bildschirm sitzt und sich einen runterholt, wenn er jemanden abmahnen kann. Ich bin sauer! Das ist bei meiner Wortwahl auch nicht zu überlesen. Hier geht es aber nicht um die neue Datenschutzverordnung und die Beschwerden darüber. Es ist ein hartes Stück Brot, aber irgendwie müssen wir mit den Gegebenheiten klar kommen…

Über Geschmack und Politik lässt sich eh heftig streiten. Und ich werfe den Begriff Werbung ebenfalls in denselben Topf. Dazu muss ich ergänzend sagen, dass in meinem Körper zwei Herzen schlagen.

Eins für Marketing und jedgliche Form von Werbung, da ich schließlich im Marketing arbeite. Bei mir geht die Sonne auf, wenn ich jegliche User bis möglichst ins Detail kategoriesieren kann und ihnen personalisierte Werbung „schicke“. Du hast nichts im Online-Shop gekauft? Kein Problem. Durch mein excellentes Re-marketing verfolgt Dich das schöne paar Schuhe von eBay Kleinanzeigen über das Google-Postfach bis hin zu sonst wohin in Form von Bannern und und und. Am Ende kriege ich Dich doch und Du kaufst. Natürlich im Idealfall.

Das andere Herz ist ein Werbe-Grinch. Ich, privat, nutze inkognito Browser, Ads-Blocker, lösche paranoid ständig 100 Mal mein Cache, die Cookies (oder lasse sie gar nicht erst zu) und stelle sonstige Schweinereien an, nur um online von Werbung verschont zu werden.

Du denkst ich sei irre? Neeehehee! Es geht vielen Marketing-Leuten so. Gerade weil wir wissen was für ein System dahinter steckt.

Was für eine Ironie, dass ich über diesem Text eine Affiliate Werbeanzeige schalte. Ist sie Dir überhaupt aufgefallen? Nicht schlimm, auch da geht es Vielen so. Entweder wird Werbung nicht wahrgenommen, weil sie so selbstverständlich geworden ist und in jeglichen Seiten zum Content gehört oder ihr wird keine so große Beachtung geschenkt.

Low morale plus low loyalty equals high turnover. That can hobble a company.

Werbung gibt es seit eh und je! Sie ist in Zeitungen, Zeitschriften und sonstigen Printmedien. Manche Brifkästen quellen über vor Flyern und Werbebeilagen. Werbung verfolgt uns an Bushaltestellen, an Litfasssäulen, auf Megapostern, in Megalights, in Strassenbahnen, Im Radio, im TV….. ach, gefühlt könnte ich unendlich so weitermachen. Kurz gesagt, Werbung verfolgt uns überall und wir haben uns daran gewöhnt, sodass wir sie größtenteils gar nicht mehr wahrnehmen.

Mit der Digitalisierung entstand nicht nur eine neue Plattform, sondern auch ein neues (tiefes) Niveau. Google kam mit seinem Tracking, basierend auf den gesammelten Daten, um die Ecke und der Möglichkeit Usern ein Produkt/Unternehmen u.ä. geschickter unter die Nase zu halten. Klar, gab es davor bestimmt auch Versuche digitale Werbemaßnahmen durchzusetzen, aber ich bin Generation Google und hebe es daher so hervor.

Dann kam Zuckerberg. Dieser Messias und Teufel in einem. Facebook fand ich damals ganz interessant und wechselte von studiVZ und irgendwelchem gegruschel zu Facebook und Likes. Klingt besser, findest Du nicht auch? Schnell trat bei mir ein Sättigungsgefühl ein. Jeder präsentierte nur das Schönste seines Lebens. Oder halt sein Essen und den Toiletteninhalt. Oberflächlich und langweilig. „Hast Du den schon gesehen? Der ist gerade da und da und macht dies und jenes“, hieß es oft. Oder: „Ich habe am Wochenende einen Typen kennengelernt und er meldet sich nicht. Ich muss was Tolles und Tiefgründiges auf Facebook posten um eine Botschaft zu senden.“

Von Gestalke und irgendwelchen Interpretationen war alles dabei. Diese Frauen müssen doch bekloppt sein, nicht wahr? Irgendwann hat es mir gereicht. Ich wollte mit niemandem interagieren oder sehen was da gerade irgendwo abgeht oder auch nicht. ‚War ich tatsächlich neidisch?‘ Das war die Frage, die mir ständig durch den Kopf geisterte. Irgendwann habe ich aufgehört darüber nachzudenken. Ich habe meinen Account auf Facebook deaktiviert. Schließlich hatten meine Freunde meine Telefonnummer. Und wenn es wirklich Freundschaft war, hatte man sich anders organisiert und gemeinsame Erinnerungen geschaffen.

2016 fing ich im Marketing an zu arbeiten. Hier kam ich wieder mit Facebook in Berührung. Widerwillig richtete ich mir einen neuen Account ein. Inkognito. Und siehe da! Eigentlich hatte sich nichts verändert, außer der excellenten Möglichkeit Werbung zu schalten, Posts und seinen Account zu bewerben. Tiefer in der Materie stellte ich fest, dass sich doch ganz schön viel verändert hatte – aus der Sicht eines Werbetreibenden.


Doing business without advertising, is like winking at a girl in the dark. You know what you are doing but nobody else does.


Mit der Übernahme von Instagram und dem Messenger-Dienst WhatsApp, gelang Facebook ein geschickter Schachzug. Beide Plattformen nahmen rasant an Beliebtheit zu und öffneten neue (Werbe-)Türen. Facebook hingegen nahm (wahrscheinlich generationsbedingt) an Popularität ab. Zuckerberg hat die letztere Plattform so ausgequetscht, dass mittlerweile ein Zurückrudern zum privateren Feed stattfindet. Die 6 Mio. werbetreibende Unternehmen haben natürlich dennoch weiterhin tolle und viele Möglichkeiten Produkte an den User zu bringen oder das Image eines Unternehmens zu pflegen. Es ist jedoch gefühlt schwerer geworden. Die Schuld will ich da niemandem zuschieben.

Instagram ist, könnte man sagen, ein noch junges Kind von Facebook und hat „nur“ 2 Millionen Advertiser. Dass die Strategie vom Mutter- zum größten Teil auf deren Tochterunternehmen übertragen wird, ist zu einem gewissen Maß verständlich. Denn auch Instagram muss von etwas leben. Ich hatte es bereits in meiner Story erwähnt. Dass Werbung geschaltet wird, finde ich gar nicht schlimm. Schlimm finde ich nur das Volumen!

Blogger- und Infleuncer-Marketing fand ich noch nie schlimm. Eher auf eine gewisse Weise sympathisch. Empfehlungsmarketing. Das, was ich wirklich gut finde, empfehle ich Dir. Ich meine, meiner Freundin würde ich schließlich auch keinen Quatsch andrehen und bei fremden Menschen sollte man es innerhalb des Word-of-Mouth auch nicht unbedingt tun. Eine Empfehlung von jemandem, kam einigermaßen ehrlich (wie ehrlich sei hier mal dahingestellt) rüber. Es war eine neue Form der öffentlichen Werbung und diese wurde gehypt.

Good advertising is a dialog with people.

Menschen sind doch schon immer käuflich gewesen. Es war und ist nur eine Frage des Preises. Ist dieser attraktiv genug, sind Leute sogar dazu bereit ihre moralischen Grenzen zu überschreiten. Was heißt das für uns in der neuen digitalen Ära? Durch die noch einigermaßen neue Form der Micro-Influencer-Werbung, sieht man ganz genau wer sich für welchen (lächerlichen) Preis verkauft. Oft fließt nicht mal Geld, sondern Produkte. Mir war, ist und wird es ein Rätsel bleiben, warum die vielen Mädels und Jungs für Cent-Artikel bereit sind sich den Arsch aufzureißen? Ich meine, es werden Bilder erstellt und bearbeitet. Der veröffentlichte Post wird über etliche Engagement-Gruppen hinweg gereicht, damit Kommentare und Likes fließen. Hör‘ mal, da geht gehörig viel Zeit drauf! In den Gruppen wird gezickt und kontrolliert bis zum geht nicht mehr. Woooofür?! Für einen Fleckenentferner, der 1,29€ kostet? Und das nur weil man das Teil umsonst bekommen hat?!

Ich frage mich ob genau diese Leute, die Micro-/Nano-Infleuncer, die sich unter Wert verkaufen, im echten Leben eine Ausbildung oder Arbeit antreten würden, wenn sie für mehrere Stunden einer Tätigkeit 1,29€ als Lohn erhielten? Oder noch besser, ein Produkt? Wie groß ist da das Ausmaß der Dummheit eigentlich?

Alle Marketer dieser Welt sitzen bei sowas doch fröhlich vor sich herpupsend in ihren Stühlen und freuen sich ihres Lebens! Der Chef klopft denen euphorisch auf die Schulter und ist happy, dass ein weiterer Dummer gefunden wurde, der für das Unternehmen malocht. Die Marketingkosten werden minimal gehalten und die „Provision“ fällt für ihn umso fetter aus.

Eigentlich wollte ich auf etwas Anderes aufmerksam machen. Mein Text ist etwas ausgeartet, ja. Aber so bin ich. Alles Erwähnte fällt doch irgendwie zusammen in einen Topf. Den der Werbung.

Was mir so richtig auf den Zwirn geht, ist die Zunahme der Werbung und die unzähligen sponsored Posts auf Instagram. Eigentlich neige ich nicht dazu etwas zu bereuen, aber in dieser Sache tue ich es zutiefst! Ich habe vor einiger Zeit meinen Instagram-Account von Business auf Privat umgestellt. Ich hatte keinen Bock auf die, beinahe schon, erniedrigenden Zahlen, die mich ständig ansprangen. Die Statistiken habe ich zuerst vollkommen ignoriert. Es gelang mir anfänglich doch sehr gut. Mein Verhalten veränderte sich schleichend. Mal ein Blick hier. Einer da. Und dann ertappte ich mich dabei jede Handlung zu analysieren, jeden Follower, jede Zahl. Dann kam der „Leck mich am Mors“-Moment und zack, war mein Account auf ein privates Profil umgestellt. Mit ihm kam die Werbung in den Stories. Ich hätte kotzen können! Auch eine erneute Umstellung auf ein Business-Profil bereinigte meine Stories nicht.

Ich darf Dich daran erinnern, dass Facebook seit einiger Zeit eine „riesige“ Kampagne für Anti-Werbung fährt. Im TV, von Postern an Bushaltestellen und Co. schreien uns Sprüche an. Auf facebookisch heißt es, Werbetreibende haben einen größeren Aufwand und sollen mehr Geld ausgeben. Back to the roots und so. Ich frage mich wie verbissen dieser Mark Zuckerberg ist? Denn bei Instagram macht er (aus meiner Sicht) den selben Fehler wie mit Facebook. Er zerstört die Plattform.

Ergo, wenn ich von mir ausgehe, schaue ich weniger Storys. Wenn ich sie schaue, dann achte ich akribisch darauf wann sie aufhört, damit ich sie nach unten wischen kann um mich dann manuell von Story zu Story zu klicken. Verpenne ich es das Fenster rechtzeitig zu schließen, melde ich den gesponserten Post als beleidigend. Denn das sind sie für mich mittlerweile. Eine reine Beleidigung!

Das Beste kommt aber noch. WhatsApp bekommt auch zwischen den Storys Werbung. Dann hat Facebook seine Möglichkeiten zwar nicht zu 100% ausgeschöpft, aber zumindest gräbt sich das Unternehmen sein eigenes Loch zum endgültigen sterben. Oder, der Mark kauft sich von Plattform zu Plattform – quasi wie der Todesstern.

Enough is enough.

Wenn das so weiter geht, bin ich weg. Weg von Instagram. Wieviele klagen darüber, dass die Plattform keinen Spass mehr mache? Wieviele beschweren sich über den Algorithmus? Auch ich war ganz vorn dabei. Und dann, nach einem erneuten Blick in meine Statistiken und Ausgaben, habe ich mein Profil von 5100 Followern auf (zur Zeit ) 420 geschrumpft. Mir wurde es zu viel. Follower und Engagement passten teilweise überhaupt nicht zusammen und das – ACHTUNG – obwohl ich eine paar meiner Bilder beworben habe. Das ist doch genau das, was Instagram möchte. Geld verdienen. Wie Facebook. Ist verständlich, aber meeeega nervig!


Nachtrag – 15.11.2018:
Mir fiel gerade ein Artikel über Influencerwerbung in die Hände. Dort geht es darum, dass der Trend zu Nanoinfluencer geht. Und da musste ich echt lachen! Wieso? Hier ein kurzer Ausschnitt:

Brands enjoy working with them partly because they are easy to deal with. In exchange for free products or a small commission, nanos typically say whatever companies tell them to.

XOXO
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9 Comments
  • Nicole
    12. November. 2018

    Die ganzen Rechtschreibfehler in allen deinen Beiträgen lassen den Intellekt einer Zwölfährigen vermuten. Steht dir nicht.

    • Anna
      13. November. 2018

      Nobody is perfect, darling 🤷🏻‍♀️

      Ich freue mich aber darüber, dass Du jeden meiner Beträge, getrieben von Deiner Geilheit alle Fehler zu entdecken, gelesen hast 🙌🏻

      Darüber hinaus finde ich es super, dass (um es in Deinen Worten auszudrücken) Du Dich auf „den Intellekt einer Zwölfjährigen“ herablässt und mich beleidigst! Hätte ich jemandem wie Dir gar nicht zugetraut 👏🏻

      Viel Freude wünsche ich Dir beim Lesen meiner weiteren Posts! 🎉 Ich hoffe Dir geht weiterhin einer ab dabei 😁

    • Vasili
      13. November. 2018

      Hello… Was meinst Du mit Zwölfährigen????

      Wenn man Rechtschreibung öffentlich kritisiert, sollte man selbst teuflisch aufpassen selbst perfekt zu schreiben. Allenfalls hat das den Intellekt einer frustrierten sich selbsthassenden Hausfrau. LG

  • Bettina Halbach
    14. November. 2018

    Liebe Anna, dein Beitrag spricht mir aus der Seele 🙂 Social Media ist eine riesige Werbemaschinerie, alles andere als witzig. Instagram habe ich schon lange hinter mich gelassen, ich möchte meine Lebenszeit nicht damit verbringen, dort Follower aufzubauen, ich lese lieber ein gutes Buch, male und zeichne ein wenig oder treibe Sport… liebe Grüße Bettina

  • Breena
    14. November. 2018

    Super unterhaltsam geschrieben. Fast so, als ob du meine Gedanken, meine Gefühle, zu Papier bringen würdest. Aber ja, das mit der Werbung nervt schon. Wenn ich meinen Freunden erzähle, dass ich in einem tolle Restaurant war, sage ich davor doch auch nicht: „Achtung, jetzt kommt eine unbezahlte Werbung!“ Aber ja, so sind nun mal die Regeln und wir müssen uns damit abfinden. Auch damit, dass einmal eingetippte Infos nicht so leicht rückgängig zu machen sind. Und dann kann der Traumurlaub (als reisebegeisterte Suche ich immer nach dem perfekten Deal) einen auch etwas verfolgen…

    • Anna
      14. November. 2018

      Passt auf, das wird auch noch zur Gewohnheit. 🤣
      Wenn wir dann Offline über Produkte, Reisen ider wie Du sagst, Restaurants etc. sprechen, dann werden wir auch ein „Werbung, weil…“ dazwischen schieben. Echt Wahnsinn 🤪
      Andererseits wird es zum neuen Erkennungsmerkmal 🤔🤗

  • Milli
    15. November. 2018

    Der Beitrag ist echt toll und vor allem auch unterhaltsam geschrieben. Du hast auf jeden Fall Recht, damit wenn du sagst, dass die Werbung auf Instagram mittlerweile unerträglich geworden ist. Zumal teilweise wirklich 0,99 Cent Artikel beworben werden und viele Mädels sich kaum Gedanken darüber machen, ob es glaubwürdig ist in einer Woche drei verschiedene Handyhüllen zu bewerben. Zudem glaube ich, dass viele Menschen auch mittlerweile denken „hey ich gründe ein Unternehmen, stelle ein x-beliebiges Produkt her, schmeiße es den Influencer zu und schon verkauft es sich.“

    Liebe Grüße, Milli
    (https://www.millilovesfashion.de)

  • Avaganza
    15. November. 2018

    Ja, ja … die Nano Blogger – da gehöre ich wohl dazu weil mir ständig irgendwelche Agenturen Samples andrehen wollen die ich nicht will oder irgendeinen lächerlichen Beitrag dafür zahlen wollen. Ich habe deinen Beitrag gerne gelesen und bei vielen Passagen schmunzeln müssen … ach wir sind doch alle Werbeopfer … und jetzt weiß ich auch wer Schuld ist dass ich dann irgendwann doch schwach werde wenn die Lieblingsschuhe immer wieder „aufpoppen“ und ich sie dann doch kaufe 😉 …

    Liebe Grüße
    Verena

This blog is about sharing my personal style, my rare travel adventures, my thoughts and my personal and business experiences. Because life is so much more about than fashion!

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