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The edited reality

by Anna
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The edited reality

Was ist nur mit dieser Welt los? War früher wirklich alles besser? Habe ich mittlerweile das Alter erreicht, das mich die Jugend nicht mehr verstehen lässt und ich zum alten Eisen werde bzw. geworden bin? Oder hatten wir wirklich eine reelere Jugend, die im Hier und Jetzt stattfand und nicht verloren ging in einer edited reality, nach der alle streben….

Geht’s noch?

Die Digitalisierung hat vieles leichter gemacht. Sie hat aber auch eine digitale Amnesie verursacht. Personen, Eindrücke, Erlebnisse werden konsumiert wie irgendein „pretty meal on Instagram“. Loyalität und Respekt sind Artefakte aus einer alten Epoche, die heute quasi nicht mehr existieren.

Let’s go back to this fucking thing called reality!

Als ich mich angefangen haben mit Instagram und Co. zu beschäftigen, also, ich meine so richtig zu beschäftigen,  da war mir noch gar nicht so richtig bewusst wie gestellt diese normal aussehenden Bilder in Wahrheit sind. Ich war mir dessen bewusst, dass die Fotos in etlichen Magazinen wie Cosmo und Co. arg bearbeitet sind. Eine schöne Drapierung hier, ein bischen mehr Licht da, dann kommt Photoshop zum Einsatz und schon sieht man keine Falten, keine Flecken oder Poren am Model. Die perfekte Scheinwelt eben. Das Produkt soll ja schließlich verkauft werden. Und die Konsumenten? Kim trägt’s, dann laufen alle als brave Lämmer in einen Store, verschulden sich im besten Fall, und kaufen alles nach. Und ganz ehrlich, wer kauft eine No Name Jacke, die man eigentlich jedem Müllman für vergleichsweise wenig Geld abkaufen könnte?

My edited reality

WTF?! Wie jetzt?
Du dachtest, dass ich jetzt voll ablästere und gerade erst warm geworden bin? Da muss ich Dich enttäuschen! Fakt ist: Ich hasse es ein Mitläufer zu sein! Mein Sternzeichen ist zwar Löwe und Löwen lieben die Bühne. Bei mir ist diese Liebe jedoch eingeschränkt, denn ich möchte auch kein Paradisvogel sein. Kein Mitläufer und kein Paradisevogel also. Was dann? Ein wenig von beidem! Das bin ich. Das ist mein Wesen. Und es ist volkommen okay. Sich zu verstellen bringt nichts. Diese Maske wirst Du und auch ich nicht lange aufrecht erhalten. Du scrollst durch Deinen Instagram-Feed und fragst Dich wieso Du nicht so schön, so selbstbewusst und so beliebt bist? Du fängst an Dich zu verändern, weil Du genau das erreichen möchtest? Versuchen jemand anderes zu sein, nur um ein Stück vom Kuchen (egal welchen) abzubekommen, ist doch schwachsinnig!

Während Dein Gesicht der Schwerkraft zum Opfer fällt und Du wie ein Häufchen Elend vor dem Spiegel hockst, strahle ich vor mich hin.

Denn Selbstvertrauen ist zeitlos!

Und doch hat man diese nagenden Gedanken, die keine App mit einem Filter wegzaubern kann. Ist es noch okay, wenn diese Falte da bleibt? Soll ich sie mir nicht doch lieber unterspritzen lassen? Sind die Lippen zu dünn, die Wimpern und Haare zu kurz? Bin ich zu dick? Passe ich überhaupt in das Weltbild einer Frau? Aaaaahhhhhhh….!!!

STOP!

Öhm, wiiieee wäre es wenn man bei solchen Gedanken das Hirn einfach zum schweigen bringt! Ich will Dir jetzt nicht all die Floskeln an den Kopf werfen wie „think positiv“ etc. Ich bin der Meinung, dass man davon deprissiv werden kann oder noch deprissiver als man es sonst schon ist. Wenn Du z.B. eine Gummi-Schlauchboot-Lippe haben willst, weil DU (ganz wichtig DU und niemand anders) das schön findest – go for it! (und sei weiter unglücklich?). Ich will hier auch keinen ermutigen, sich unter’s Messer zu legen, weil man sich durch Insta und Co. unwohl fühlt. Was ich will ist, dass Du Dich damit auseinander setzt warum das so oder so in Deinem Leben ist. Vielleicht musst Du einfach nur Deine Perspektive ändern.

Stell Dir vor Du bist eine Fliege, die ständig gegen das Fenster klatscht um rauszukommen. Würdest Du ein wenig weiter weg fliegen und das Ganze mit Absand betrachten, dann wirst Du merken, dass das Fenster offen steht und Du nur durch den Spalt zu fliegen brauchst um rauszukommen.

Die Perspektive zu wechseln ist oft nicht leicht, denn man möchte doch so unbedingt diesen einen Wünsch erfüllt bekommen. Wie wäre es z.B. wenn Du Dich weniger mit Menschen abgibst, die nicht zu Dir passen. Da hast Du doch schon den Perspektivenwechsel. Ist das doch so leicht? Na, schau mal: Du hast z.B. Freunde, die über Deinen Verhälnissen leben und Du tust alles mögliche dafür um mitzuhalten. Frag Dich doch einfach warum Du alles dafür tust und ob Du wirklich damit glücklich bist. Machst Du Dir selbst etwas vor? Würden Dich diese Menschen auch schätzen, wenn Du Dich entscheidest nicht mehr mitzulaufen? Du hast Angst dann allein dazustehen? Keiner möchte alleine sein, das ist verständlich. Such Dir gefälligst Menschen, die mit Dir auf einer Wellenlänge schiwmmen. Davon gibt es Millionen, Du hast nur die Augen davor veschlossen.

Zufriedenheit

Durch den Foto-Hype sind wir so super selbstkritisch geworden, dass es eigentlich schmerzt. Und zwar vor Dummheit. Gott, die Gene oder wer auch immer hat uns so gemacht wie wir nun mal sind. Jeder hat sein eigenes Schicksal! Wann kippt dieser Wahnsinn wieder in die Gegenrichtig?! Ich befürchte der Höhepunkt ist leider noch nicht erreicht. Bald wird es vielleicht irgendwelche Kabinen geben, in denen man die Möglichkeit hat sein perfektes Ich zu konfigurieren und neu „gebaut“ zu werden. Oder die Gene werden schon beim Embryo so zusammengesetzt, dass es keine „hässlichen“ Menschen, keine Krankheiten oder Abnormalitäten mehr gibt. Dann gibt es nur noch Supermodels! Individualität Fehlanzeige.

Was mich betrifft….ich bin unzufrieden zufrieden. Den kleinen „Schock“ habe ich überwunden und festgestellt, dass ich in gewissen Bereichen der Social Media ein Mitläufer sein muss, aber gefälligst als Paradiesvogel auf meine Art. Ich bin stolz auf mich! Und zwar stolz darauf den Berg an Ungewissem bezwungen zu haben. Es war nicht immer leicht. Ich musste erst zu mir finden. Meine eigene editet reality schaffen, mit der ich mich arrangieren konnte. Bilder zu bearbeiten gehört mittlerweile genauso dazu wie mit veschiedenen Programmen umzugehen. Für die Darstellung. Ich habe mir alles selbst beigebracht und ich bin noch nicht am Ende. Nun kann ich den nächsten Berg in Angriff nehmen…

Ich bin dankbar für den mir gegebenen Verstand, der mir einfach mal – so banal sich das anhört – die Möglichkeit gibt um die Ecke zu denken. Manachmal so wirr, dass ich selbst nicht mal weiß, was das soll. Am Ende macht dann alles doch irgendwie Sinn. Ich muss mich nicht verbiegen, obwohl ich dies manchmal – widersprüchlicher Weise – trotzdem tue. Ich schaue in den Spiegel und spüre den Drang mir einen Termin beim Schönheitschirurgen zu machen. Nachdem Vampire Facial und der Unterspritzung der Tränenrinne, betrachte ich mich wieder im Spiegel. Ich frage mich ob sich nun etwas verändert hat. Ob ich nun komplett anders wahrgenommen werde?

NEIN.

Ich bin immer noch ich. Die Person, die es vor dem Termin auch gab.
Und in der Außensarstellung? Da hat sich auch nichts verändert.
Bekomme ich mehr Likes? Nein.
Bin ich berühmter geworden? Nein.
Ernüchterung.

 

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1 comment

Silvia 24. April 2018 - 10:51 am

Ich erwische mich leider auch zu oft dabei mich zu vergleichen, obwohl ich ja eigentlich zu frieden bin. Alle sehen auf deren Bildern immer so fröhlich, schön und duchtrainiert aus. Da kann ich mit meinem Leben nicht mithalten. Es ist aber okay. Ich bin wie ich bin und muss nicht jeden Hype mitgehen um glücklich zu sein

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