Microblading

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Ultra-Schwarz, oft sehr dünn. Wenn sie schon lange getragen wurden sind sie meistens rötlich oder bläulich. An diesem Punkt hätte ich jedem eine Papiertüte über dem Kopf als Accessoire ans Herz gelegt. Ich spreche von Augenbrauen, die sich einem permanent Make-up unterzogen haben. Damals fand ich PMU schrecklich! Aber das ist meine persönlliche Meinung.

Ich verstehe schon warum sich viele Frauen und Mädchen haben Augenbrauen stechen lassen. Und ich denke die Gründe waren damals nicht besonders weit von den heutigen entfernt. Es geht um das äußere Erscheinungsbild. Augenbrauen rahmen ein Gesicht ein und verleihen dieses gewisse Etwas, das uns einfach anders, besser ausschauen lässt. Auch dieser Bereich des Gesichtes war und ist vielen Wandlungen unterzogen gewesen. Allein schon, wenn man sich anschaut was vor einigen Monaten durch Instagram & Co geirrt ist… Manchmal geht mir der Mund vor lauter Staunen nicht mehr zu und ich komme aus dem Kopfschütteln nicht raus (oder kann den Lachanfall nicht beenden, aber okay).

Never underestimate the power of an eyebrow.

Ich war eigentlich immer sehr zufrieden mit meinen Augenbrauen. Sie sind dunkel, sie haben die richtige Größe und genug Haare um eine Form zu bilden und meinem Gesicht einen Ausdruck zu verleihen. Angemalt – pardon – gestylt habe ich sie nie. Das hätte für meinen Geschmack zu viel Zeit in Anspruch genommen, die ich lieber in Schlaf investier(t)e.

Dann kam Microblading in mein Leben! Den Trend habe ich entdeckt, da steckte er noch in den Kinderschuhen. Je mehr Bilder ich davon sah und je mehr der deutsche Markt von Microblading erobert wurde, desto mehr reifte in mir der Wunsch nach einer definierteren Augenbrauenform. Microblading ist nämlich eine alte Technik aus Japan, die ungefähr 2014 nach Deutschland kam. Es hatte sich ein Boom entwickelt, der heute eigentlich zur Normalität gehört. Vielleicht nehme aber auch nur ich das so wahr.

Als ich in Bremen ein Studio für die Härchenzeichnung entdeckte, vereinbarte ich, nach einer bestimmten Beobachtungsphase, einen Termin. ‚Endlich perfekte Augenbrauen. Quasi für immer‘, dachte ich mir. Wobei für immer eigentlich nicht zutrifft. Aber lass‘ mich da erstmal woanders anfangen.

Bei dem klassischen Permanent Make-Up wird mit einer Maschine gearbeitet um die Augenbrauen komplett zu pigmentieren und eine Form „auszumalen“ bzw. abzubilden. Beim Microblading wird ein manuelles Handstück ohne Motor verwendet. Mit den Blades (das ist ein spezieller Aufsatz für den Stift) werden kleine Striche, die später die Härchen darstellen, mit Druck in die Haut geritzt. Danach wird die Pigmentierfarbe augfetragen und verbleibt einige Minuten auf der Haut damit sie eingeschlossen wird. Das brennt ziemlich am Anfang! Und man sieht ziemlich deppert aus. Vom Schmerzempfinden her, ist das Microblading selbst schon schmerzhaft. Vor allem wenn immer und immer wieder mit einem Wattepad das Blut abgewischt werden muss. Ich habe mich echt wundgescheuert gefühlt.

Ich springe hier mal noch einmal zum Anfang zurück und erzähle Dir wie mein Termin ablief. Als ich auf dem Stuhl im Beauty Studio saß, wurde mir zuerst eine Art Gebrauchsanweisung und Aufklärung zum Lesen gegeben. Nachdem alle Fragen geklärt waren, haben wir die Farbe für die Augenbrauen bestimmt. Dabei wurde nicht nur auf den Hauttyp eingegangen, sondern auch auf die eigene natürliche Haarfarbe. Da hatte ich echt Muffensausen. Was wenn die Kosmetikerin doch die falsche Farbe vorgeschlagen hat? Und vor allem, was wenn ich danach ganz anders aussehe und meine Augenbrauen eine total komische Form haben?

Meine Bedenken waren jedoch nicht berechtigt, denn die Augenbrauen wurden nach dem goldenen Schnitt vermessen/ausgerichtet. Dies ist ein weiterer, wie ich finde, wichtiger Schritt zu perfekten Augenbrauen. Es wird der Abstand der beiden Augenbrauen festgehalten, die Höhe der Bögen und die Länge der Augenbrauen. Anhand dieser Merkmale entstet eine Form, die man dünner oder dicker wählen kann. Außerdem helfen die gezeichneten Linien dabei die Augenbrauen nachher symetrisch auszufüllen.

Das Before-Bild (unten) zeigt meine natürlichen Augenbrauen. Ganz selten habe ich sie mit einem braunen Wachsstift nachgezogen damit sie in Form liegen.

Links ist das Nachher-Bild. Wobei ich hier sagen muss, dass es nicht so schlimm aussieht. Ich sage nur, abwarten…

Microblading - Goldener Schnitt
Microblading - Eine fertige Augenbraue
Microblading - Die Bert-Brauen
Microblading - Nahaufnahme
OPEN GALLERY
Oben in der Galerie zeigt das erste Bild die Darstellung des goldenen Schnitts – also das aufgemalte Endergebnis der Feststellung welche Form zu meinem Gesicht am besten passt. Im zweiten Bild ist eine bereits microgebladete Augenbraue (die Linke) und eine, die sich noch im Rohzustand befindet (die Rechte) zu sehen. Die Bert-Brauen befinden sich im letzten Stadium nach der eigentlichen Härchenzeichnung. Hier wird die Farbe in die Haut eingebracht bzw. die Farbe legt sich in die eingeritzten Wunden der Haut um sie während der Heilung zu verschließen. Betrachte ich das Ergebnis jetzt so nach einigen Jahren, so stelle ich fest, dass ich froh bin mittlerweile PhiBrows (Werbung, Markennennung) für mich entdeckt zu haben.

Da wären wir wieder; bei der aufgescheurten Haut um die Augenbrauen herum. Sie hat echt gebrannt. Das war so unangenehm. Aber ich war zu dem Zeitpunkt trotzdem happy. Ab dem zweiten Tag verwendete ich die Creme, die mir empfohlen wurde. Da stellte ich auch das Ausmaß der Reibe-Orgie fest. Um die Augenbrauen herum war alles angeschwollen und tat weh. Der Zustand war mit einer Schürfwunde gleichzusetzen.

Es hatte sich eine Kruste gebildet, die ich nicht entfernt, sondern erstmal damit gelebt habe. Darüber hinaus hatte ich ständig das Gefühl, dass ich Gel auf meinen Augenbrauen hätte. Die Optik war zum Niederknien! Da die Farbe am Anfang sehr intensiv ist – bei mir also Schwarz -, war ich „DIE AUGENBRAUEN“. Zusätzlich waren meine Augenbrauen-Haare durch das viele Cremen auch noch angebatscht, sodass ich durch den Glanz eine Disco im Gesicht hatte. Mega!, sag ich Dir. Echt sexy. Mittlerweile ist man da Gott sei Dank weiter. Neue Farben. Andere Zeichen-Techniken. Neue Nachbehandlungsmethoden. Zum Teil muss man nicht mal mehr Eincremen.

Microblading Nachher-Bild
Microblading Nachher-Bild
Microblading Nachher-Bild
OPEN GALLERY

Trust not too much to appearances.

Nun, einige Zeit nach der ersten Behandlung, muss ich gestehen, dass bei mir wohl doch einiges schief gelaufen ist. Denn von der ersten & zweiten Behandlung haben sich feine Vernarbungen gebildet, sodass meine Haut an diesen Stellen keine Farbe mehr aufnehmen kann. Die Kosmetikerin hat wohl das Microblading Handstück mit zu viel Power durch die Haut gezogen. Dies ist aufgefallen, als ich zur dritten Behandlung in ein anderes Studio ging. Ich bin nicht entstellt. Und meine neue Kosmetikerin hat es gefixt. Dafür liebe ich sie!

XOXO
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2 Comments
  • Melinda
    31. Oktober. 2018

    Oh wow! Danke für deinen ausführlichen Bericht.
    Ich muss gestehen, dass ich (obwohl meine Augenbrauen nicht so voll sind) wohl einen Bogen um Microblading und Permanentmakeup machen werde.
    Die Angst, dass da doch was schief geht, ist einfach zu groß. Zumal das dann ja auch (vorerst) erst Mal endgültig ist. Da bleibe ich lieber bei meinen Augenbrauenpomaden und Gelen.
    Außerdem bin ich ein kleiner Schisser und nicht wirklich unglaublich gut im Schmerzenaushalten 😀

    Liebe Grüße,
    Melinda

    • Anna
      31. Oktober. 2018

      Danke für Deinen Kommentar liebe Melinda 🙂

      Microblading muss natürlich auch gepflegt werden, also ein Mal im Jahr zum Auffrischen wieder zur Kosmetikerin rennen. Das sieht sonst nicht so schön aus, weil viele Striche dann bereits verblichen sind und Lücken entstehen.
      Kann Deinen Standpunkt da nachvollziehen… und auf die Schmerzen muss ich mich jedes Mal neu einstellen *lach* (lange im Voraus)

      Liebe Grüße

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