Instagram. Eine Hass-Liebe.

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Instagram! Pah! Was ist verdammt nochmals dran an dieser App? Neuerdings „spinnt“ die App und verursacht Massenblockaden auf allen möglichen Accounts. Privat. Business. Ist egal! Alles und jeder wird durch die Bank weg in deren Handlungen blockiert! Das nervt extrem, da schließlich sehr viel Mühe und Zeit hinter so einem Account stehen. Ich möchte mit meiner Frage jedoch nicht wissen was dieses Instagram macht. Sprich welche Probleme es macht oder darstellt. Das wissen wir alle. Was ich damit meine ist, warum wir alle so besessen davon sind. Ständig auf der Jagd nach Likes und Followern.

Die Produktion von Bildern ist vielen bereits ins Blut übergegangen und es werden ständig mehr und mehr Fotos, Stories und Videos hochgeladen… Die Eventisierung des eigenen Lebens ist on point! Es gibt Menschen, die sich – wie heißt das? – über Likes und Follower profilieren. Mir stellt sich die Frage: Ist das noch oder schon normal?

What is life without Social Media nowadays?

Letztens habe ich mich mit meinem Mann und meiner Schwiegermutter darüber unterhalten, ob die Zeit heute oder früher stressiger war. War es früher leichter zu leben? Ein Kind/Jugendlicher zu sein? Oder war es gar stressfreier?

Natürlich gab es das Pensum an Medien „damals“ (vor über 60 Jahren) noch nicht. Ich habe „früher“ (vor 5 Jahren oder so – Scherz – vor 25 Jahren) eine Schuluniform getragen und man hatte sich gar nicht so krass verglichen wie es heute der Fall ist. Zumindest habe ich es nicht so wahrgenommen. Meine Eltern hatten in der Ukraine zum Schluss gar nicht mal so schlecht verdient und ich hatte (für das Leben außerhalb der Schule) qualitativ hochwertige Sachen, zum Teil Importe aus Japan (Japankleid – war damals etwas sehr besonderes) tragen dürfen.

Auch als ich dann in Deutschland zur Schule ging, war es mir egal wer was trug. Da ich viel aufgrund meiner nicht vorhandenen Deutsch-Kenntnisse gehänselt wurde, war mir scheiß egal ob diese Person Markenklamotten trug oder No-name. Das ist es mir bis heute noch! Ein Arschloch (m/w/d) bleibt ein Arschloch, egal welche Klamotten, wieviel Geld oder welchen Status er/sie/diverse hat. Zumindest in meinen Augen. Ich gebe mich mit solchen Menschen einfach nicht ab. In der Schulzeit – in Deutschland – wurde mein Charakter gefestigt. Danke dafür, übrigens!

Zurück zum Ursprung: ich finde heutzutage – hat man natürlich andere Herausforderungen wie es damals der Fall war – aber ich finde, es ist stressiger geworden zu leben. Hauptsächlich sind wir ständig erreichbar. Wir kennen ein Leben ohne Handy gar nicht mehr. Und Instagram, Facebook und Co. tragen einen großen Teil dazu bei. Ich möchte mich hier auch nicht exzessiv darüber auslassen, dass Instagram schlecht ist oder Ähnliches. Wir spielen alle das Spiel mit. Und besonders jetzt, wo Viele Probleme damit haben anderen Konten zu folgen, bei anderen zu liken oder zu kommentieren um auf sich aufmerksam zu machen und somit deren Reichweite zu steigern. In vielen Foren und Gruppen wird darüber diskutiert wie man denn nun am besten zu vielen Followern kommt. Man setzt sich krass unter Druck, ist deprimiert, sauer und hängt sein eigenes Leben daran. Denn viele Follower heißt, Produkte von Unternehmen umsonst zu bekommen, zu reisen und ein eigenes Business damit aufzuziehen. Kind of “the American dream“? Scheint so….

Vor einiger Zeit sind mir auf einer Marketing-Plattform (von Facebook selbst) einige, nennen wir es, Tipps in die Hände gefallen. Ich hatte mir Screenshots gemacht und diese vergessen. In meinem Urlaub hatte ich dann die Ruhe mich mit meinen Bildern intensiver zu beschäftigen und auszusortieren. Nun möchte ich teilen was diese Instagram-App eigentlich soll und welches Verständnis dahinter steckt.

Nein, es sind nicht diese kalt gewordenen und wieder aufgewärmten Sachen wie „Dein Profil sollte gut strukturiert sein, einem einheitlichen Farbschema folgen und Du musst einen Mehrwert liefern.“ Um ehrlich zu sein, regen mich solche Tipps extrem auf. Besonders der letzte Punkt. Mehrwert.

Take other opinions lightly. Very lightly.

 

Wenn wir uns ein paar große Accounts anschauen, welchen Mehrwert liefern die  da eigentlich so genau? ACHTUNG: Die folgenden aufgezählten Punkte spiegeln meine Meinung wider und müssen nicht mit Deiner übereinstimmen:

  • Vorstellung von Daily Outfit in der Story? Kann ich auch. Ist Pille Palle.
  • Rabatt-Codes? Damit schmeißt mittlerweile jeder Mikro-Account um sich.
  • Reisen? Okay, man sieht schöne und besondere Orte, die man selbst jedoch nicht besuchen würde, weil….aus welchem Grund (oft finanziellen Art) auch immer.
  • Kochen? Okay, das verstehe ich noch irgendwie, da eigentlich jede*r etwas Nachkochen könnte.
  • DIY? Wäre man überwiegend nicht zu bequem, würden hier auch so einige Tipps hilfreich sein.
  • Sport Tipps und „wie man sich am besten quält um schlank und durchtrainiert zu sein“? Jetzt mal ganz ehrlich. Der durchschnittliche Normalo, den es zu tausendfach gibt; Wie oft hat dieser sich an diese Tipps gehalten und hat alles sehr lange durchgezogen UND ist damit erfolgreich auf Instagram geworden?

Mehrwert. Pah! Das ist genauso wie, wenn man jemandem erzählen soll wieso man selbst ausgerechnet hier- oder hierfür qualifiziert ist. Wie im Vorstellungsgespräch. Es wird unterschwellig suggeriert „Du bist nicht gut genug, gar scheiße. Warum sollte ich das nicht sein bzw. sein…..

Too glam to give a damn.

All die sehr erfolgreichen Accounts der oben genannten ‚Nischen‘ haben einfach ’nur‘ einen gewissen Fame Faktor. Kollektive Sympathie + mediale Präsenz. Der Mehrwert ist, Entertainment. Man hockt einfach nicht mehr vor dem TV, sondern zieht sich Stories vom Leben anderer (erfolgreicher Menschen) rein! Weil die das verkörpern, was man selbst haben oder sein möchte und man einfach etwas voyeuristisch ist. Die einen mehr, die anderen weniger.

Und dennoch, auch wenn ich hier gemeckert und irgendwen entmutigt haben sollte, möchte ich Dir aufzeigen was sich Instagram für User bei der Verwendung der App „denkt“:

  1. Affinity: Die Qualität der Beziehung mit den Followern spielt eine Rolle. Sind die Follower aktiv und interagieren (liken, kommentieren, teilen) mit den Posts? Je mehr dies der Fall ist, desto als relevanter werden sie bewertet.
  2. Weight: Hier ist die Gewichtung des Posts gemeint. Wie oft wurde mit dem Post interagiert. In welcher Relation stehen die einzelnen Parameter (Klicks, Likes etc.) zueinander.
  3. Time: Die Veröffentlichung des Posts in Relation zum letzten Login des Followers. Wird der Post als relevant eingestuft, erscheint er relativ weit oben in der Timeline – auch, wenn er älter ist.

Sooooweit…. klang es nachvollziehbar für mich. Doch dann ergaben sich weitere Fragen. Was bedeutet Relevanz? Ergibt sich aus der Antwort zur Frage auch wie man diese erreicht? Spielt die Qualität eines Post eine wichtige Rolle? Wie wird Qualität definiert? Gehört zur Qualität auch die  Caption und wie darf/sollte sie aussehen? Wie hoch ist ihre Relevanz um Interaktionen zu bekommen? Und und und…

Wie man sieht, ist Instagram irgendwie zum Lebensmittelpunkt vieler geworden. Man jagt einem Geist hinterher und versucht dessen Signale zu interpretieren und darauf zu reagieren um möglichst mithalten zu können. Meiner Meinung nach gibt es „nur“ zwei entscheidende Aspekte, die es einem ermöglichen auf Instagram sehr erfolgreich zu werden: Erstens, man geht ins Fernsehen und kommt gut an. Zweitens, man ist eine unique polarisierende Persönlichkeit. Naja und eigentlich gehen eins und zwei irgendwie Hand in Hand.

XOXO
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