Hillside Beach Club

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Rüttelnd und schüttelnd gleitet das Flugzeug auf die Landebahn in Dalaman. Eine Wolkendecke verdeckt die Sicht. Enttäuschung macht sich breit. Die Erwartungen waren andere. Sonne sollte uns begrüßen. Eine schwül-heiße Luft sollte mir beim Aussteigen den Atem rauben.

We must accept finite disappointment, but never lose infinite hope…

Ein Blick auf die Uhr. „Es ist schon spät. Morgen sind die Wolken bestimmt weg“, versucht mein Mann mich aufzuheitern. Immerhin ist es etwas schwül auf unserem Weg zum Bus. Und es riecht sooooo schön nach Wald. ‚Endlich Urlaub‘, denke ich und schiebe die Enttäuschung beiseite.

Die Fahrt zum Hillside Beach Club verbrachte ich mit meinem Hörbuch. Es war zu fesselnd und ich zu fertig um die Umgebung aufsaugen zu können. Wir fuhren zwei Stunden durch die Gegend und hielten bei mehreren Hotels. Nach einer gefühlten Ewigkeit schlengelte sich der Bus durch einen kleinen Ort mit niedlichen Geschäften, danach einen Berg rauf. Auf einmal machte mich der flüchtige Blick aus dem Fenster doch neugierig. ‚Wow! Atemberaubend!‘ Der Bus fuhr noch höher auf den Berg und die Aussicht nach unten ließ viele gelbe Lichter erblicken. Auch wenn es mittlerweile dunkel war, war die Aussicht wunderschön!

Ein paradiesischer Ausblick, findest Du nicht?

,,Hillside Beach Club!“, rief der Busfahrer. Endlich. Ich mobilisierte, gefühlt, meine letzten Kräfte und… ‚Wow!‘, dachte ich erneut. ‚Es riecht… woran erinnert mich der Geruch bloß?‘ Ich warf einen Blick nach rechts und links. Überall Nadelbäume. Die Erklärung für den Geruch lag auf der Hand. Doch das war es nicht.

Nach dem Check-in mussten wir erstmal etwas essen. Jetzt bemerkte ich meinen knurrenden Magen. Das Buffet – ganz okay und reichhaltig. ,,Da gibt es sogar Austern“, sagte mein Mann. ,,Was? Wo!“ Das letzte mal als ich Austern probieren durfte, war es eine merkwürdige Erfahrung. Aber nicht schlecht. Eine legte ich mir auf den Teller, ebenso einige „drei-Finger-dicke“ Gambas. ‚Yes! Austern, Gambas und Wassermelone sind mehr als genug um mich die Woche über ernähren zu können!‘ Ich grinste.

Nun wurde es Zeit unser Zimmer zu beziehen.
‚Sauna-Aufguss‘ Das ist es woran mich der Geruch erinnerte. Ich bin zwar kein Sauna-Gänger, jedoch liebe ich diesen Duft. Er schreit nur so nach Entspannung.
Das Zimmer – mega schön! Indirekte Beleuchtung. Sauberkeit. Stylische Aufteilung. Und die ‚Goodies‘ hatte ich noch nie zuvor in einem Hotel vorgefunden. Vor allem ist sogar eine Toilettenbürste vorhanden. Yay! (In Ägypten hatten wir keine.) Es ging ans Auspacken der Koffer und danach schnell ins Bett. Die Kissen – drei an der Zahl – waren weich und für mich genau richtig. Trotz der Wochenend-Party draußen und der lauten Musik, befand ich mich im Tiefschlaf sobald mein Kopf das Kissen berührte. Ich hatte noch nie wirkliche Schwierigkeiten einzuschlafen…

Let’s find some beautiful places to get lost.

Zweiter Tag: Langsam öffnete ich die Augen.’Wie spät ist es?‘ Der Blick auf die Uhr verriet mir: 6:38.’Oh man!‘ Vorfreude machte sich breit! Die Vorstellung, dass mich die Sonne und ein toller Ausblick beim Blick aus dem Fenster erwarteten, jagte mich leise aus dem Bett. Ich schob den Vorhang zu Seite. Wolken.’Ach, nee!‘ Ich kuschlte mich wieder in die herrlich duftenden Lacken und hoffte darauf, dass ich in einigen Stunden meinen erwarteten Ausblick genießen konnte.

8 Uhr. Ich wälzte mich unruhig hin und her. Mein Magen schrie nach Nahrung. Der Blick aus dem Fenster zeigte mir immer noch einen bewölkten Himmel. Das Frühstück jedoch jagte mir ein breites Grinsen ins Gesicht. Es gab so viele frische Sachen – sogar für Fitness-Liebhaber -, dass ich einen ganzen Tag damit verbringen konnte alles zu probieren. Am Ende entschied ich mich für ein frisch gemachtes Panini-Brot mit Käse, Sucuck, Tomate und einem scharfen Aufstrich. Dazu gab es einen frisch gepressten O-Saft.Lecker! So ein gutes Frühstück hatte ich seit Landzeit in Österreich nicht mehr. Sogar den Honig gibt es super frisch aus Waben.

Nachdem unsere Bäuche vollgeschlagen waren, ging es auf Erkundungstour. Der Hillside Beach Club hat drei Strände. Zwei davon sind nur für Erwachsene. Der Hauptstrand und der Pool sind den Familien reserviert; sogar eine Kinder-Zone gibt es. Es wurde an alles gedacht.

Der Silent Beacht liegt ruhig in einer kleinen Bucht, die man über viele verschiedene Stege, nah an der Felswand erbaut, erreicht. Liegeplätze und Matratzen, auf einer Art Empore, empfiengen uns. Es schrie förmlich nach Ruhe und Entspannung. „Lass uns noch zum anderen Strand“, sage ich zu meinem Mann. Über einen schön angelegten Naturpfad gelangten wir nach einer kleinen Ewigkeit zur nächsten Bucht. Yachten lagen im Wasser, Sommer-Betten luden zum Faulenzen ein. „Da gehen wir morgen hin. Aber wir nehmen dann das süße Boot, das uns rüberfährt“, schließlich wollte ich darauf ein ganz bestimmtes Bild für meinen Instagram-Feed schießen. Ich war gespannt, ob ich es genauso umsetzen konnte.


To travel is to discover that everyone is wrong about other countries.


So ging es wieder zurück auf unser Zimmer. Das Wetter war bislang nicht besser geworden. Hauptsache wir waren am Meer und hatten diese wundervolle Landschaft um uns herum. Umgezogen und mit gepackten Sachen, bescuhten wir den Silent Beach. Es fing an zu regnen, aber dies hielt uns nicht davon ab weiterzugehen. Gegen halb eins kämpfte sich dann endlich die Sonne vollständig durch und wir konnten die Umgebung zur Gänze genießen.

Zurechtgemacht machten wir uns auf den Weg zum Abendessen. Uns erwartete wieder ein Buffet, das jedem das Wasser im Mund zerfließen lassen würde. Meine Wahl fiel auf frisch gefangenen Fisch mit dem zartesten Kartoffelpüree, das ich je gegessen habe, und einer Salatbeilage. Komplementiert wurde mein Menü der Wahl durch einen wundervollen Weißwein. Genuss pur! Danach machten wir einen kleinen Spaziergang zum Kiesstrand. Leise Jazz-Kläge schmeichelten meinen Ohren. Wir saßen auf dem Bootssteg und schauten den Fischen beim Schwimmen zu. Das glasklare ausgeleuchtete türkise Wasser ließ uns das wilde Treiben der Unterwasserwelt entdecken. Es war perfekt. Der Moment war unbeschreiblich. Meine Seele sprang vor Freude im Kreis. Tränen schossen mir in die Augen. Der Moment war einfach wunderschön!

Gib mir das Meer und ich bin zufrieden. Fügst Du aber die Berge hinzu, bin ich der glücklichste Mensch auf Erden! Ich hatte nichts erwartet und bekam im Hillside Beach Club wirklich den Himmel auf Erden.

Ein Urlaub für Leib und Seele: Die Tage plätscherten nur so dahin. Warum rennt die Zeit im Urlaub nur so sehr? Am liebsten würde ich den Pause-Knopf drücken. Im Moment verweilen. Der Serenety Beach war ebenso enstspannend wie sauschön. Doch mein Lieblingsstrand blieb in der kleinen Bucht, die wir einen Tag zuvor aufgesucht hatten.

Wir klapperten die Fotospots der gesamten Anlage ab. Davon gab es schließlich mehr als genug! Ausflüge kammen für uns nicht wirklich in Frage. ‚Dieses Mal nicht‘, füge ich in Gedanken hinzu. Entspannung und die Seele baumeln lassen stehen im Fokus. Eines würden wir uns jedoch nicht entgehen lassen: den Basar sowie die Einkaufsstraße in Fethiye.

The world is too big to just stay in one place.

Ein kleiner Bus brachte uns für kleines Geld in die Stadt. Sie schien verlassen. Obwohl die Läden mit verlockender Ware nach Passanten riefen, waren die süßen Gassen beinahe leer. ‚Wo wohl alle seien?‘, stellte ich mir die Frage. Damit meinte ich die Touristen, die mit den Verkäufern handelnd in Streit gerieten um den besten Preis für sich herauszuholen. ‚Habe ich mir solch‘ eine Situation anders vorgestellt? Nein. Bei uns in der Ukraine ist es auch sehr belebt und das obwohl die Menschen arm sind. Daran kann es nicht liegen‘, schloss ich für mich aus. Ein netter Herr klärte uns dann auf, dass die Leere im Ramadan-Monat üblich ist.

So schlenderten wir von Geschäft zu Geschäft. Und ich war sehr erstaunt darüber, dass die Schaufensterauslagen immer mit der aktuellsten Designerware ausgestattet waren. „Das ist so in der Türkei. Side, Belek & Co. sind da noch besser! Hier finde ich es etwas enttäuschend“, meldet sich mein Mann zu Wort. Meinen Mund bekam ich vor lauter Staunen dennoch nicht zu. Am liebsten hätte ich meinen Rausch ausgelebt. Wie ein Wirbelwind von Laden zu Laden gerannt und vor lauter Tüten den Weg unter den Füßen nicht mehr erkannt. Ich hielt mich jedoch galant zurück – trotz meiner großen Augen, die ‚kaufen, kaufen, kaufen‘ schrien.

Eine YSL-Tasche hatte es mir dann doch angetan. Das Modell kannte ich nicht. Sie war aus Leder und wirklich gut verarbeitet. Kostete aber auch 350 Euro. ‚Alter Schwede!‘, dachte ich. „Die ist mir zu teuer. Ich hätte mit etwas um die 100 Euro gerechnet. Vielen Dank!“, sagte ich zur Verkäuferin und verließ den Laden. „Lieber spare ich ein wenig und kaufe mir ein Original – zur Not mit allen nötigen Belegen etc. über eBay oder Kleiderkreisel“, entgegnete ich den fragenden Blick meines Mannes. Mein Drang nach einem Mitbringsel, einer Erinnerung an diesen Urlaub, war plötzlich weg. Gut so.

Der letzte Tag im Hillside Beach Club:

„Ich will hier nicht weg!“ Diese Worte gingen mir immer und immer wieder durch den Kopf.
Es war soweit.
Gleich war es vorbei.
All dies.
Unser letzter Tag war angebrochen und der Bus würde bald da sein um uns abzuholen. Aber noch hatten wir Zeit. Zeit den Anblick der Berge zu genießen. Uns jeden Wellenschlag des klaren Meeres einzuprägen und den wunderbaren Duft des Waldes. Nun würde er mich nicht mehr an eine Sauna erinnern, sondern an den wundervollen Urlaub im Hillside Beach Club.

XOXO
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