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Der Mann. Ein Opfer?

by Anna
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Der Mann. Ein Opfer?

Auch wenn man Wikipedia nicht zitieren sollte:

Aus molekularbiologischer Sicht unterscheidet sich der Mann von der Frau durch das Chromosomenpaar XY in den Geschlechtschromosomen…

Okay, das reicht.

Ich hasse Männer!

Beruflich, hasse ich Männer. Und zwar die Gattung, die sich in der Führung befindet. Aufgeblasene, verlogene, hinterhältige, sich profilierende, eklige Biester. Zuhause stehen sie unter dem High Heel der eigenen Domina und müssen in der Firma als Ausgleich jeden dafür büßen lassen. Und trotzdem feiere ich alle Frauen, die bei solchen Exemplaren genau angeben woher der Wind weht.

Meine Mutte pfelgt zu sagen (eine Übersetzung aus dem Russischen): „Kindchen, du musst dir das so vorstellen: Der Mann ist der Kopf, die Frau der Hals. Der Kopf dreht sich überall dort hin, wohin der Hals die Richtung vorgibt.“ Meinen tut sie damit, dass die Frau durch geschicktes Verhalten ihre eigenen Ziele erreicht und den Mann dahin lenkt, wo sie ihn haben will. Da gibt es verschiedenen Methoden der Umsetzung. Vorschlaghammer oder Psychologie (unter Anderem unter Anwendung von Sex). In der letzteren Methode merkt der Mann unter Umständen gar nicht, dass die Frau ihn manipuliert und am Ende das bekommt, was sie will.

Dieser Gedanke bereitet mir Freude! Meine Phantasie nimmt Fahrt auf…wie geil es doch wäre, wenn… Wie stelle ich an, dass… Diese berechnenden Biester gibt es tatsächlich und irgendwo möchte beinahe jede so oder so ähnlich sein. Geschickt, diplomatisch und alles für den Zweck das zu bekommen was man möchte. Der Mann ist beinahe hilflos ausgeliefert. Ein Opfer? Auf das Privatleben mag das vorher behauptete auch in vielen Fällen zutreffen. Im Berufsleben? Da haben – auch in unserer modernen, emanzipierten Gesellschaft – die Männer die Macht.

Flashback

Meine letzten Zusammentreffen mit dieser speziellen Gattung von Mann verliefen alles andere wie eine
Bilderbuchgeschichte. Ausgagnsszenario: Ich habe mich um einen Job beworben. Vorstellungsgespräche liegen mir einfach nicht. Ich hasse dieses Blah Blah und bin lieber ehrlich. Nun denn, da sitze ich mit dem Verkaufsleiter (der mein Zukünftiger Boss werden sollte), dem Einkaufleiter und der Personalerin an einem Tisch. Warum, wieso, weshalb war schnell geklärt. Dann ging es zur Sache.

„Warum haben Sie nach dem Umzug nach Deutschland nicht sofort angefangen zu arbeiten? Wenn ich umziehe, dann packe ich Samstag alle Sachen zusammen und fange Montag an zuarbeiten.“ Ich hätte zu gerne gesehen wie er einen kompletten Hausstand ohne Hilfe von Dritten einpackt und am nächsten Tag wieder auspackt bzw. alles fertig in der neuen Bude stehen
hat. Aaaahh, ein Unternehmen bezahlt hat er. Schlappschwanz!

„Sie sind also 30? Warum waren Sie überwiegend in befristeten Arbeitsverhältnissen tätig? Das wirkt so sprunghaft auf
mich.“, sagt der, der einen befristeten zweijährigen Vertrag anbietet. Das habe ich ausnahmsweise nicht auf mir sitzen lassen. „Sie sind also der Meinung, ich sei sprunghaft? Dann habe ich eine Gegenfrage: Warum bieten Sie einen befristeten Vertrag an?“ Der Einkaufsleiter hat sich fast in die Hose gemacht vor Lachen.

Ich bin ja ein höflicher Mensch und habe mich zügeln können um das Gespräch noch einigermaßen professionell zuende zu bringen. Am liebsten hätte ich dem Typen das Wasser über den Kopf gegossen und erwiedert, dass er mir nicht beweisen muss wie groß seine Cojones sind und die getrost wieder einpacken kann. Oder dass er doch lieber nach Hause gehen sollte und mit seiner Frau endlich mal den horizontalen Mambon tanzen um wieder einen besser Sauerstofftransport zum Hirn zu bekommen.

Ähnliches Szenarion. Andere Firma.

„Sie sind also 30. Wie sieht es mit der Familienplanung aus?“ Okay, dass diese Frage immer wiederkommt ist mittlerweile Standard. Aber trotzdem: WAS zum Kukuk geht dich das an?! Das nächste Mal fange ich an zu heulen und erzähle davon, dass ich durch einen schreckliche Unfall keine Kinder mehr bekommen kann oder irgendeine andere todtraurige emotiale Story. Oder noch besser, ich frage ihn über sein Sexleben aus. Jedes noch so intime Detail soll der mir mal erzählen. Ob diese Spezies dann den Schwanz einzieht? Oder mir doch was erzählt? Dann wären wir immerhin quitt…

Feed your own ego, I’m busy!

„Warum nehmen Sie immer befristete Verträge an. Sie sind doch selber Schuld! Der Markt ist doch stabil.“ Ääähhm, geh und schmier dir ein Butterbrot. Sei du mal eine Frau in meinem Alter und dann sprechen wir uns nochmal.

 #metoo

Boooaaa, um ehrlich zu sein: Hat mich diese Bewegung angepisst! Aaaaalter Verwalter!
Bevor Du nun wutentbrant anfängst Deine Tastatur zu vergewaltigen (passend oder?) — HOLD ON!
Also. Um ein wenig auszuholen, muss ich zuerst meine Finger etwas strecken und tiiieef einatmen.

1. Dass Personen mit Macht Anfänger ausgenutz haben, ist schon so alt wie die Trockennasenprimaten selbst.
2. Sex ist, neben Diebstahl, das älteste Gewerbe, das es gibt.
3. Der Mensch wird immer noch von seinen Trieben geleitet und er mag es sein Ego zu füttern.

Schmeißt man alles in einen Topf, kommt dabei ein leckeres Süppchen heraus, das nicht nur in Hollywood gelöffelt wird. Was ich damit sagen will ist, dass es dieses „Ach, Du willst was erreichen? Lutsch meinen Schwanz Bitch!“ schon immer gab. Dass das jetzt erst öffentlich ausgeschlachtet wird, wundert mich! Ist es dadurch denn richtig? Nein! Wenn ich mein bisheriges Leben so revue passieren lasse, finde ich mich hier und da in ähnlichen Situationen wieder. Auch wenn ihr mir nicht glauben solltet, mein Bauchgefühl hat mich immer sehr stark gewarnt. Und ich habe darauf gehört. Mein Gewissen ist rein. Und das ist MIR wichtig.

Ich erzähle euch mal eine Kleinigkeit aus diesem Kapitel:
Früher habe ich sehr gerne an Miss-Wahlen teilgenommen. Durch das Tanzen habe ich die Bühne eh geliebt. Und wenn man an Wettkämpfen teilnimmt, möchte man ja auch mal gewinnen. Dazu kam es nicht. Hässlich hin oder her – ist Geschmackssache. Mir fiel dann auf, dass stets die drei Mädels, die mit den Chefs kamen auch immer Platz 1, 2 und 3 belegten. Bei der Miss-Wahl in Bassum hatte man nur zwei Mädels mitgebracht. Den dritten Platz bekam auf wundersame Weise ich. Bei der nächsten Wahl bekam ich dann ein zweideutig eindeutiges Angebot. Danach habe ich aufgehört an den Wahlen teilzunehmen.

Zurück ins Hier und Jetzt

Meine Erfahrungen in Sachen Jobsuche haben mich klein werden lassen. Ich habe Angst vor Vorstellungsgesprächen und fühle mich irgendwie minderwertig. Ich hasse es mich derart zu verbiegen um dem Gegenüber zu gefallen und somit mein bisheriges Know-How „unter die Nase“ zu reiben. Vor allem habe ich das Gefühl ein „Vorsicht kann schwanger werden“-Schild auf meiner Stirn zu tragen. Mit blinkenden Pfeilen auf das Wort ‚Schwanger‘ gerichtet! Ich kann die Vorgesetzten einerseits verstehen – akzeptieren tue ich es dennoch nicht.

Muss ich mich also erniedrigen lassen? Ist der Job wirklich so wichtig? Ist es das Geld wert einen Arschloch-Vorgesetzten zu haben? Jemanden die Cojones streicheln, der einen einfach so sofort zerstören kann, weil er die Macht über Dich hat? Vielleicht bin ich deshalb nicht berühmt und hab den einen oder andern Job nicht bekommen. Ich habe nämlich vorab vergessen die wichtigste Frage zu stellen: An wessen Ego muss ich lutschen um voranzukommen?

Da muss ich selbst ein wenig angewidert schmunzeln…

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